Umsetzung der EPBD: Welche neuen Vorgaben kommen?
Nullemissionsgebäude werden zum Standard
Die europäische Gebäuderichtlinie schreibt vor, dass neue Gebäude schrittweise, als Nullemissionsgebäude errichtet werden.
Für Wohngebäude gilt dies grundsätzlich ab 2030. Am Standort dürfen dann keine CO₂-Emissionen aus fossilen Brennstoffen mehr entstehen.
Solaranlagen gewinnen weiter an Bedeutung
Das neue Gesetz führt zusätzliche gestaffelte Solarpflichten zur Nutzung für Solarenergie für bestimmte neu zu errichtende Gebäude ein. Die konkreten Anforderungen und Anwendungszeitpunkte hängen insbesondere von Gebäudeart, Nutzung und Größe ab.
- Erste Anforderungen gelten ab 2027 für bestimmte öffentliche und größere Nichtwohngebäude.
- Für neue Wohngebäude sind ab 2030 entsprechende Pflichten vorgesehen.
Für Eigentümerinnen und Eigentümer werden Photovoltaik, gemeinschaftliche Gebäudeversorgung und lokale Stromnutzung zunehmend wichtige Bestandteile moderner Gebäudekonzepte.
Neue Anforderungen für Elektromobilität
Die Anforderungen an Ladeinfrastruktur und Stellplätze mit Elektromobilitätsbezug werden ebenfalls ausgeweitet. Dadurch soll die Integration von E-Mobilität in Wohn- und Gewerbeimmobilien beschleunigt werden.
Mindestanforderungen für Nichtwohngebäude
Die EPBD führt zudem neue Effizienzanforderungen für energetisch schwache Nichtwohngebäude ein.
Ziel ist es, die energetisch schlechtesten Gebäude schrittweise zu modernisieren. Die ersten Anforderungen greifen ab 2030 und werden ab 2033 weiter verschärft.
Digitalisierung bleibt ein wichtiger Hebel für mehr Energieeffizienz
Im Rahmen der EPBD-Umsetzung werden zusätzliche Anforderungen an Gebäudeautomation vor allem für Nichtwohngebäude eingeführt.
Auch wenn für Wohngebäude derzeit keine vergleichbaren Verpflichtungen vorgesehen sind, gewinnen digitale Lösungen zunehmend an Bedeutung. Verbrauchsdaten, Monitoring-Systeme und digitale Transparenz helfen dabei, Energieverbräuche besser zu verstehen und Optimierungspotenziale frühzeitig zu erkennen.
Für Vermieterinnen und Vermieter können digitale Gebäudedaten eine wichtige Grundlage sein, um:
- Energieverbräuche transparenter darzustellen,
- Einsparpotenziale zu identifizieren,
- Betriebskosten zu optimieren,
- und Modernisierungsentscheidungen datenbasiert zu treffen.
Gerade vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und langfristiger Klimaziele wird die Digitalisierung zunehmend zu einem Erfolgsfaktor für den wirtschaftlichen Gebäudebetrieb.
Gebäudeautomation wird für Nichtwohngebäude wichtiger
Für viele Gewerbeimmobilien wird Gebäudeautomation künftig eine größere Rolle spielen.
Neue Anforderungen aus der EPBD sollen helfen, Energieverbräuche kontinuierlich zu überwachen und ineffiziente Betriebszustände schneller zu erkennen.
Monitoring, Steuerung und datenbasierte Optimierung entwickeln sich damit zunehmend vom technischen Zusatznutzen zu einem festen Bestandteil professioneller Gebäudebewirtschaftung.