Techem Atlas 2026: Wie Daten die Wärmewende im Gebäudebestand unterstützen
Blog Beitrag - 16.10.2026
Der Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser 2026 ist zum 1. Oktober 2026 live gegangen und zeigt, wie sich Energiekosten und Wärmeversorgung in deutschen Mehrfamilienhäusern im letzten Jahr entwickelt haben. Hier erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten Inhalte:
Was sind die Ergebnisse des Techem Atlas 2026?
Die Ergebnisse zeigen: Trotz Sparverhalten und effizienterer Anlagentechnik bleiben die Heizkosten auf hohem Niveau. Die Energiepreise lagen 2025 etwa auf Vorjahresniveau, aber rund 82 Prozent über dem Stand von 2021. Witterungsbedingt stiegen Verbrauch und Kosten gegenüber dem Vorjahr erneut. Gleichzeitig konnten Nutzerverhalten und Anlagentechnik den Energiepreisanstieg seit 2021 um knapp die Hälfte kompensieren. Die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung trug zudem zu einer durchschnittlichen Reduktion der Treibhausgasemissionen um 364 Kilogramm pro Wohnung bei.
Wie groß ist das Einsparpotenzial von Wärmepumpen im Gebäudebestand?
Wärmepumpen zeigen ihr Potenzial: 2025 hatten mit Wärmepumpen beheizte Mehrfamilienhäuser die niedrigsten Wärmekosten pro Quadratmeter. Während ihre Verbrauchskosten seit 2021 etwa stabil blieben, stiegen sie bei Fernwärme um 39 Prozent und bei Erdgas um 48 Prozent. Gleichzeitig zeigt sich, dass ein großer Teil des Bestands grundsätzlich für den Einsatz von Wärmepumpen geeignet ist: Rund 40 Prozent der Heizungsanlagen in deutschen Mehrfamilienhäusern kommen bereits ohne Heizkörpertausch für Niedertemperatursysteme, wie z.B. Wärmepumpen, infrage. Mit entsprechenden Anpassungen durch Heizkörpertausch steigt der Anteil auf bis zu 90 Prozent. Nur bei etwa zehn Prozent sind umfangreichere Eingriffe wie Flächenheizsysteme oder zusätzliche Dämmung erforderlich.
Wie unterstützt Digitalisierung einen effizienteren Gebäudebetrieb?
Digitale Infrastruktur schafft mehr Transparenz über Verbrauch und Anlagenbetrieb. Bereits 92,8 Prozent der Erfassungsgeräte im europäischen Mehrfamilienhausbestand sind ohne Betreten der Wohnung ablesbar. Vollständig remote werden 81,6 % der Geräte ausgelesen.
Auch die Heizkostenabrechnung wird weiter digitalisiert: Mit Abrechnung direct konnten 2025 bei rund 110.000 Abrechnungseinheiten die Abrechnungszeiten deutlich reduziert werden.
Welche weiteren Potenziale ergeben sich für den Gebäudebestand?
Ein wichtiger Aspekt ist der weitere Ausbau des intelligenten Messstellenbetriebs. Gerade in Verbindung mit Photovoltaikanlagen schaffen sie die Voraussetzung, lokal erzeugte und verbrauchte Energie präzise zu erfassen und abzurechnen. Darüber hinaus schaffen sie die Grundlage für eine intelligente Steuerung dezentraler Erzeugungs- und Verbrauchseinrichtungen. Das eröffnet neue Möglichkeiten für die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung und Mieterstrommodelle, wie sie Techem gemeinsam mit inexogy über die Smart-Metering-Lösung ermöglicht. Auf diese Weise lässt sich die dezentrale Nutzung erneuerbarer Energien im Gebäudebestand weiter vorantreiben.
👉 Das Zusammenspiel aus Geräten wie Smart Metern und Wärmepumpen ergeben mit der Erfassung und Nutzung digitaler Verbrauchsdaten vielversprechende Lösungen für einen zukunftsfähigen Gebäudebestand. Die geografischen Unterschiede in den Verbrauchskennzahlen können Energieträger spezifisch auf unserer interaktiven Deutschlandkarte eingesehen werden. Im Downloadbereich finden Sie die aktuellen Daten des Atlas 2026 sowie unsere historischen Datensätze ab 2022. Den kompletten Techem Atlas finden Sie hier.
Bildinformation: Für die Studie hat Techem Daten von rund 94.000 Gebäuden mit etwa 1,1 Millionen Wohnungen in Deutschland sowie von weiteren 1,1 Millionen Wohnungen in ausgewählten europäischen Ländern aus dem vergangenen Jahr ausgewertet (Bildquelle: Techem).