Der neue Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser 2026: Kältere Witterung treibt Heizkosten trotz stabiler Energiepreise
Pressemeldung - 01.10.2026
- Heizkosten steigen trotz Sparverhalten weiter: Kältere Witterung trieb den Verbrauch 2025 nach oben. Pro m² liegen die Kosten inzwischen 45 Prozent über dem Niveau von 2021.
- Große regionale Unterschiede: Bielefeld verzeichnet die niedrigsten, Ravensburg die höchsten Heizkosten. Im Ländervergleich hat Berlin die niedrigsten Heizkosten, das Saarland die höchsten.
- Wärmepumpen verursachen die niedrigsten Wärmekosten im untersuchten Gebäudebestand und bieten zusätzliches Optimierungspotenzial.
Eschborn, 1. Oktober 2026. Wie entwickeln sich Heizkosten, Energieverbrauch und Wassernutzung in deutschen Mehrfamilienhäusern? Welche Rolle spielen Wärmepumpen im Gebäudebestand? Und wie weit ist die Digitalisierung bei Mess- und Abrechnungsprozessen fortgeschritten? Zum Start der Heizsaison liefert der neue Techem Atlas für Energie, Wärme und Wasser Antworten darauf. Für die Studie hat Techem Daten von rund 94.000 Gebäuden mit etwa 1,1 Millionen Wohnungen in Deutschland sowie von weiteren 1,1 Millionen Wohnungen in ausgewählten europäischen Ländern aus dem vergangenen Jahr ausgewertet. Damit zählt der Atlas zu den umfangreichsten Untersuchungen seiner Art. Die Analyse zeigt: Trotz stabilisierter Energiepreise liegen die Heizkosten weiterhin deutlich über dem Niveau vor der Energiekrise von 2021. Ursache sind insbesondere die im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Temperaturen und der damit verbundene höhere Energieverbrauch. Gleichzeitig bestätigen die Daten die wirtschaftlichen Vorteile von Wärmepumpen im Mehrfamilienhausbestand trotz noch nicht ausgeschöpfter Effizienzpotenziale. Bei der Digitalisierung von Ablesung und Abrechnung sowie beim Ausbau intelligenter Messinfrastruktur zeichnen sich erneut Fortschritte gegenüber dem Vorjahr ab.
Hier die wichtigsten Ergebnisse des Techem Atlas 2026 im Überblick:
- Heizkosten bleiben auf hohem Niveau: Die Energiepreise bewegten sich 2025 zwar in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Damit lagen sie im Vergleich zu 2021 jedoch weiterhin rund 82 Prozent höher. Zugleich fiel die Heizperiode kälter aus als im Vorjahr. Das führte zu einem höheren Verbrauch und steigenden Heizkosten. Pro Quadratmeter lagen diese 2025 rund 45 Prozent über dem Niveau von 2021. Gleichzeitig zeigen die Daten, dass Nutzerverhalten und moderne Anlagentechnik einen wesentlichen Beitrag zur Begrenzung des Energieverbrauchs leisten. Die verbrauchsabhängige Heizkostenabrechnung trägt darüber hinaus zur Emissionsminderung bei und reduziert die Treibhausgasemissionen im Durchschnitt um 364 Kilogramm pro Wohnung.
- Große regionale Unterschiede: Ein Blick auf die regionalen Auswertungen zeigt deutliche Unterschiede bei den Heizkosten. Am teuersten ist Heizen im Saarland mit 14,50 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von Schleswig-Holstein (12,77 Euro) und Hessen (12,76 Euro). Berlin verzeichnete mit durchschnittlich 10,34 Euro pro Quadratmeter die niedrigsten Heizkosten, Nordrhein-Westfalen (10,69 Euro) und Bremen (10,72 Euro) liegen im Ranking nur knapp darüber. Auch zwischen den Städten zeigen sich erhebliche Unterschiede. Die höchsten Werte entfielen auf Ravensburg (13,34 Euro), Reutlingen (13,22 Euro) und Sömmerda (13,10 Euro). Die niedrigsten durchschnittlichen Heizkosten wurden in Bielefeld mit 8,99 Euro pro Quadratmeter gemessen. Rheine und Würzburg teilen sich mit jeweils 9,93 Euro pro Quadratmeter den zweiten Platz.
- Wärmepumpen bleiben für die Dekarbonisierung des Gebäudebestands zentral: Mit Wärmepumpen versorgte Mehrfamilienhäuser weisen im untersuchten Gebäudebestand im Jahr 2025 die niedrigsten Wärmekosten pro Quadratmeter auf. Während die Verbrauchskosten bei Wärmepumpen seit 2021 weitgehend stabil geblieben sind, verzeichneten konventionelle Heizsysteme deutliche Anstiege. Die Auswertungen zeigen außerdem, dass etwa 30 Prozent der Wärmepumpen in Mehrfamilienhäusern durch eine optimierte Betriebsführung, wie etwa durch den Digitalen Heizungskeller von Techem, noch effizienter betrieben werden könnten.
- Großes Potenzial für die Wärmewende: Zugleich zeigt die Analyse, dass ein Großteil des Mehrfamilienhausbestands bereits heute technisch für den Einsatz von Niedertemperatursystemen geeignet ist. Rund 40 Prozent der Heizungsanlagen können ohne Austausch der Heizkörper genutzt werden. Mit einem Heizkörpertausch steigt dieser Anteil auf rund 80 Prozent. Werden zusätzlich Niedertemperaturheizkörper (z.B. Gebläseheizkörper) eingesetzt, liegt die Eignung sogar bei rund 90 Prozent.
- Fernwärme dominiert in Europa – Deutschland mit höchsten Kosten: In den untersuchten europäischen Mehrfamilienhäusern ist Fernwärme mit 52 Prozent der Wohnungen der häufigste Energieträger, Erdgas folgt mit 32 Prozent. Zugleich unterscheiden sich die Heizkosten pro Wohnung deutlich zwischen den Ländern: Im europäischen Vergleich verzeichnen deutsche Fernwärmekunden die höchsten Heizkosten. Mit durchschnittlich rund 1.057 Euro pro Wohnung liegt Deutschland vor der Schweiz (982 Euro).
- Digitalisierung erreicht die Zielgerade: Zum Jahreswechsel 2026/2027 endet die europäische Übergangsfrist für die Umstellung auf 100 Prozent Fernablesbarkeit von Erfassungsgeräten. Bereits heute können 91,4 Prozent der Geräte im deutschen und 92,8 Prozent der Geräte im europäischen Mehrfamilienhausbestand ohne Betreten der Wohnungen ausgelesen werden. Techem konnte im vergangenen Jahr rund 110.000 Abrechnungseinheiten über „Abrechnung Direct“ vollständig digital ablesen und abrechnen. Die Hälfte dieser Abrechnungen war dank durchgehender digitaler Prozesse innerhalb von weniger als drei Minuten abgeschlossen, 83 Prozent innerhalb von zehn Minuten.
- Intelligente Messsysteme schaffen Basis für Mieterstrommodelle: Der Ausbau intelligenter Messsysteme (Smart Meter) schafft zugleich die technische Grundlage für neue Energiekonzepte wie Mieterstrom und gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Die Daten zeigen, dass Photovoltaikanlagen auch in den Wintermonaten einen spürbaren Beitrag zur Stromversorgung leisten können. In den untersuchten Gebäuden decken sie mehr als 30 Prozent des Stromverbrauchs. In Kombination mit Batteriespeichern kann der lokal erzeugte Solarstrom zudem auch in Zeiten niedriger Solarstrahlung genutzt werden und so den Eigenverbrauch innerhalb des Gebäudes erhöhen.
- Trinkwasserverbrauch bleibt langfristig stabil: Trotz steigender Temperaturen hat sich der Wasserverbrauch in deutschen Mehrfamilienhäusern in den vergangenen zehn Jahren weitgehend konstant entwickelt. Die Warmwasserbereitung bleibt jedoch ein wesentlicher Energieverbrauchsfaktor und macht rund ein Viertel der für Wärme eingesetzten Energie aus.
„Die Folgen der Energiekrise sind für viele Haushalte weiterhin spürbar. Angesichts anhaltend hoher Energiekosten fällt ein kälterer Winter im Jahr 2025 besonders ins Gewicht. Viele Verbraucher haben die Einsparpotenziale, die ihnen unter anderem die unterjährige Verbrauchsinformation eröffnet, bereits weitgehend ausgeschöpft. Umso wichtiger ist es, diese Möglichkeiten flächendeckend zu etablieren, damit noch mehr Bewohner davon profitieren können. Mit Sorge blicken wir zudem auf weiter steigende Energiepreise, insbesondere vor dem Hintergrund des Krieges in der Golfregion. Gleichzeitig zeigen die Daten des Techem Atlas, welches Potenzial in einem modernisierten und digitalisierten Gebäudebestand steckt“, kommentiert Ulrich Schiller, Co-CEO der Techem Gruppe und CEO Deutschland, die Ergebnisse.
„Entscheidend ist es jetzt, eine gezielte Modernisierung des Gebäudebestands weiter voranzutreiben und dabei technische Möglichkeiten gezielt einzusetzen. Smart Metering, fernablesbare Messsysteme, digitale Verbrauchstransparenz und ein datenbasierter Betrieb von Gebäuden schaffen die Grundlage, um Energieverbräuche weiter zu reduzieren und die Belastungen aus Energiekosten und der CO₂-Kostenaufteilung für Mieter und Vermieter zu begrenzen. So wird die Wärmewende im Gebäudebestand bezahlbarer und effizienter.”
Zusätzliche Informationen
Auf dieser Übersichtsseite finden Sie den Techem Atlas für Deutschland und Europa, eine interaktive Deutschlandkarte mit Daten auf Ebene der Bundesländer, Postleitzahlregionen und Großstädte sowie den neuen Downloadbereich mit historischen Atlas-Daten der vergangenen vier Jahre.
Bildinformation: Der neue Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser 2026: Kältere Witterung treibt Heizkosten trotz stabiler Energiepreise (Bildquelle: Techem).
Über den Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser
Der Techem Atlas für Energie, Wärme & Wasser erscheint jährlich und bietet eine umfassende Analyse des Energie- und Wasserverbrauchs, der Emissionen und der Digitalisierung im deutschen Gebäudebestand. Die Datengrundlage umfasst rund 94.000 Mehrfamilienhäuser mit etwa 1,1 Millionen Wohnungen. Ziel ist es, Transparenz zu schaffen, Fortschritte messbar zu machen und konkrete Handlungsoptionen für die Wärmewende aufzuzeigen.
Über Techem
Techem ist ein führender Serviceanbieter für digitale und innovative Lösungen rund um den effizienten Betrieb von Wohn- und Gewerbeimmobilien. Die Leistungen des Unternehmens decken die Themen Energiemanagement, Verbrauchserfassung und -transparenz, Sicherheit und Komfort sowie Prozesseffizienz in Immobilien ab. Das Unternehmen wurde 1952 gegründet, ist heute mit über 4.300 Mitarbeitenden in 18 Ländern aktiv und betreut mehr als 13,5 Millionen Wohnungen. Techem unterstützt Eigentümer und Verwalter bei der Analyse von Wärme- und Wasserverbräuchen in Immobilien sowie bei der Identifizierung von Effizienzpotenzialen. Als ein Marktführer in der Funkfernerfassung von Energieverbräuchen in Wohnungen treibt Techem die Vernetzung und Digitalisierung von Prozessen in Immobilien weiter voran. Moderne Multisensorgeräte sowie Funkrauchwarnmelder mit Ferninspektion, Messstellenbetrieb, Ladeinfrastruktur für Elektromobilität sowie Leistungen rund um die Trinkwasserqualität ergänzen das Lösungsportfolio für die Wohnungs- und Gewerbeimmobilienwirtschaft. Weitere Informationen finden Sie unter https://www.techem.com/de oder folgen Sie uns auf LinkedIn.