Immobilien-Ratgeber - 23.05.2022

Wie Sie die Kündigung sicher zustellen lassen

Der rechtzeitige Zugang einer Kündigung ist entscheidend für ihre Wirksamkeit. In manchen Fällen bestreiten diejenigen, denen gekündigt wird, die Kündigung überhaupt bekommen zu haben. Solange Sie den fristgerechten Zugang nicht beweisen können, stehen Sie auf verlorenem Posten. Daher ist es ganz entscheidend, die Kündigung rechtssicher zustellen zu lassen.

Per Einschreiben genügt nicht

Schicken Sie die Kündigung einfach per Post, haben Sie gar nichts in der Hand, was den Zugang des Schreibens belegt. Briefe können verlorengehen. Außerdem beweist Ihre Behauptung, den Brief rechtzeitig abgeschickt zu haben, erst einmal gar nichts.

Viele Vermieterinnen und Vermieter meinen daher, wenn sie die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein aufgeben, dann wären sie auf der sicheren Seite. Doch das ist ein Irrtum. Nimmt Ihre Mieterin oder Ihr Mieter das Schreiben nicht persönlich entgegen, wird es sieben Tage bei der nächsten Postfiliale aufbewahrt. Holen sie die Kündigung dort nicht ab, kommt das Schreiben ungelesen zu Ihnen zurück.

Die Geschichte vom leeren Briefumschlag

Aber sogar wenn das Schreiben nachweislich zugestellt wurde, sind Sie noch nicht auf der sicheren Seite. Ihre Mieterin oder Ihr Mieter könnte bestreiten, das Schreiben erhalten zu haben und behaupten, der Umschlag sei leer gewesen. Das dürfte zwar nicht allzu oft vorkommen, aber Sie sollten sich nicht darauf verlassen und lieber gleich den sicheren Weg wählen.

Einen Botendienst beauftragen

Es gibt Botendienste, die genau diese Dienstleistung anbieten: Sensible Dokumente wie Kündigungsschreiben rechtssicher zuzustellen. Das Dokument wird nicht nur übergeben oder im „Machtbereich“ Ihrer Mieterin oder Ihres Mieters abgelegt (damit gilt es als zugestellt). Die Person, die es überbringt, nimmt auch den Inhalt zur Kenntnis, um bezeugen zu können, dass tatsächlich das Kündigungsschreiben zugestellt worden ist.

Kurier- und Botendienste gibt es viele. Achten Sie bei der Auswahl darauf, dass sie tatsächlich die gewünschte Dienstleistung anbieten und die rechtssichere Zustellung Ihres sensiblen Dokuments garantieren.

Kündigung vom Gerichtsvollzieher zustellen lassen

Vielleicht die sicherste Methode: Sie lassen das Schreiben von einer Gerichtsvollzieherin oder einem Gerichtsvollzieher zustellen. Das ist gar nicht so teuer. Sie können die betreffende Stelle vorher anrufen, um zu klären, ob es möglich ist, das Schreiben fristgerecht zuzustellen. Dann müssen Sie es dort hinschicken. Ganz einfach per Post.


 

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