Immobilien-Ratgeber - 03.05.2024

Wie groß ist der CO₂-Fußabdruck der gängigen Heizarten in Deutschland? ?

Kohlendioxid (CO₂) gilt als der  Treiber des Klimawandels. Daher besteht eine der wichtigsten Klimaschutzmaßnahmen darin, den Ausstoß herunterzufahren. Das betrifft auch unsere Heizungen, die jährlich mehrere Millionen Tonnen Kohlendioxid in die Erdatmosphäre abgeben. Hier erfahren Sie, welche Heizungsart, wie abschneidet.

Welche Heizart schneidet gut, welche ungünstig ab? 

Öl- und Gasheizungen

Diese beiden Heizarten kommen in Deutschlands Wohn- bzw. Mehrfamilienhäusern zum einen am häufigsten zum Einsatz. Zum anderen sind es gleichzeitig diejenigen mit einer schlechten CO₂-Bilanz.

Denn sowohl bei der Verbrennung von Heizöl als auch von Gas wird CO₂ freigesetzt. Gerade veraltete Ölheizungen sind besonders klimaschädlich.

Das sieht auch die Bundesregierung so und hat im Zuge der Novellierung des GEG beschlossen, dass alle neu einzubauenden Heizungsanlagen ab dem 1. Januar 2024 zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien (oder unvermeidbarer Abwärme) betrieben werden müssen. Fossile Energieträger, wie Heizöl und Gas, können dann nur noch in Kombination mit erneuerbaren Energien eingesetzt werden. Das Ergebnis ist eine sogenannte Hybridheizung.

Moderne Brennwertkessel schneiden hinsichtlich der CO₂-Bilanz zwar besser ab als alte Modelle. Für den Verbrauch dieser neueren Anlagen und damit auch für deren CO₂-Ausstoß entscheidend ist aber immer ein gutes Zusammenspiel aus Systemtemperaturen, Speichertechnologie und dem Heizverhalten der Verbraucher.  

Fernwärme  

Fernwärme entsteht überwiegend durch eine Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und wird bei der Stromerzeugung produziert.  

Sie kann als eine besonders effiziente und ökologische Heizart eingestuft werden. Insbesondere, wenn moderne KWK-Anlagen Biomasse oder erneuerbare Energiequellen zur Wärmeerzeugung einsetzen. Das trägt zur Nachhaltigkeit und zum geringeren CO₂-Ausstoß von Fernwärme im Vergleich zu Öl- oder Gasheizungen bei.  

Entscheidend ist also, welcher Energieträger eingesetzt wurde, um Fernwärme zu erzeugen. Werden fossile Energieträger, wie Öl und Erdgas, zur Herstellung genutzt, hat dies negativen Einfluss auf den CO₂-Fußabdruck dieser Heizart.

Wärmepumpe

Im Gegensatz zur Öl- oder Gasheizung nutzen Wärmepumpen für die Wärmeerzeugung thermische Energie, die in Luft, Wasser oder Erde gespeichert ist. Wärme wird hier aus natürlichen Quellen der direkten Umgebung gewonnen - fossile Energieträger werden nicht verbrannt.

Wird der Strom, den eine Wärmepumpe für ihren Betrieb benötigt, zudem aus erneuerbaren Energiequellen (Solaranlage) gewonnen, dann kann man dieses Heizungssystem sogar als treibhausgasfrei bezeichnen.

Wird die Wärmepumpe mit Standardstrom von einem durchschnittlichen Versorgungsunternehmen versorgt, entstehen zwar CO₂-Emissionen. Man kann aber davon ausgehen, dass diese immer noch geringer sind als die Ausstöße einer reinen Öl- oder Gasheizung. Das gilt unter Umständen auch, wenn Wärmepumpen mit modernen Öl- oder Gasbrennwertheizungen kombiniert werden (Hybridheizung).

Holz 

Heizen ist auch mit Holz als Brennstoff möglich. Primär werden hierbei Pellets als Energieträger genutzt. Die Gesamtemissionen, die beim Verbrennen der Pellets entstehen, sind geringer als bei fossilen Brennstoffen. Stammt das Holz, aus dem die Pellets produziert werden, zusätzlich aus einer nachhaltigen Bewirtschaftung, trägt dies ebenso zu einer positiven CO₂-Bilanz bei. 

Oft ist das Verfeuern von Holz jedoch nicht vollständig CO₂-neutral, da Energieaufwand und Emissionen bei der Trocknung entstehen. Bei dieser Heizart zu berücksichtigen sind schließlich die hohen Feinstaubwerte und die gesundheitsschädlichen Gase bzw. Partikel, die bei der Verbrennung von Holz freigesetzt werden.

Solarthermie 

Solarthermie ist im Gegensatz zu den bisher beschriebenen Heizarten nicht geeignet, um als alleinige Wärmequelle zu dienen. Oft ergänzt eine Solarthermie-Anlage daher nur eine andere Heizungsart. Im Rahmen der Heizungsunterstützung kommen bis auf wenige Ausnahmen nur Deckungsgrade bis zu 10 % zustande. Gute Effekte erzielt Solarthermie dagegen bei der Trinkwassererwärmung. Hier sind Deckungsgrade bis zu 70 % möglich.

Fazit: Wärmepumpen gewinnen an Boden

Alte Öl- und Gasheizungen haben einen großen CO₂-Fußabdruck. Neue Brennwertkessel schneiden nur unter bestimmten Umständen besser ab als die alten Modelle. 
Für deren Verbräuche und somit für die Größe des CO₂-Fußabdrucks ist vor allem das Zusammenspiel aus Systemtemperaturen, Speichertechnologie und dem Heizverhalten der Verbraucher entscheidend.

Die am 15.11.2023 erschienene Verbrauchskennwerte-Studie von Techem zeigt, dass Erdgas trotz schlechtem CO₂-Fußabdruck noch die dominierende Energiequelle mit einem Anteil von 51 % ist. Heizöl wird hingegen immer seltener verwendet.

Holz ist nach Erdgas aktuell die zweithäufigste Energiequelle, die in Deutschland zum Heizen genutzt wird. Experten bewerten die Umweltauswirkungen von Pelletheizungen jedoch kritisch. Der angenommene Kreislauf, bei dem verbranntes Holz durch nachwachsendes Holz ersetzt wird, ist nur unter bestimmten Bedingungen realistisch. 

Fernwärme als Heizart kann, sofern sie mit nachhaltigen Energiequellen erzeugt wird, eine gute Alternative zu Öl- oder Gasheizungen darstellen. Problematisch ist vor allem die noch nicht flächendeckende Verfügbarkeit in Deutschland.

Immer mehr Mehrfamilienhäuser setzen auf Wärmepumpen als Heizsystem. Richtig betrieben und solarthermisch unterstützt, können Wärmepumpen auch für Altbauten mit schlechter Dämmung eine wahre Alternative darstellen, um deren CO₂-Fußabdruck zu verkleinern.

Obwohl Wärmepumpen im Vergleich zu herkömmlichen Heizsystemen noch nicht weit verbreitet sind, gewinnen sie an Beliebtheit. Zudem geht aus der Techem-Studie hervor, dass bereits weitaus mehr als die Hälfte der Heizungsanlagen in Mehrfamilienhäusern in Deutschland für den Einsatz von Wärmepumpen geeignet sind. 

Wussten Sie, dass sich Vermietende an der CO₂-Steuer beteiligen müssen?

Das ist seit 01.01.2023 der Fall. Lesen Sie in diesem Ratgeber-Artikel mehr dazu und erhalten Sie Klarheit mit unserem CO₂-Kosten-Rechner!